Sonnblickpanorama

45° Ausschnitt

Newsflash

sonnblick-moon.jpgDer Sonnblick | Observatorium über den Wolken

Aufbauend auf den Ergebnissen einer über 128 jährigen Messreihe meteorologischer Größen konnten sich am Sonnblickobservatorium in den letzten Jahren eine Vielzahl von Projekten rund um die Themen Atmosphärenphysik und Atmosphärenchemie ansiedeln. Eine moderne Infrastruktur macht die Messungen von extrem schwach konzentrierten, aber klimatisch sehr relevanten Spurenstoffen in einer Reinluftumgebung erst möglich.

ZAMG und Sonnblickverein betreiben gemeinsam das Sonnblickobservatorium. Die Website bringt alle Fakten zum Observatorium, dem Sonnblickverein und den Forschungsprojekten und informiert über Wissenswertes zum Besuch. Einblick in aktuelle Messdaten und ein 360° Rundumblick mit unserer Webcam über die Alpen werden auf dieser Website ebenfalls angeboten.

 

Ausnahmezustand am Sonnblick erfolgreich überstanden!kabel.jpg

Der 5. Juli war ein Festtag für unser Observatorium! Nach 81 Tagen im Notbetrieb (15.4.14, 23.30 Uhr - 05.07.14, 11:30 Uhr) wird das Sonnblickobservatorium wieder mit regulärem Netzstrom versorgt.

Der Reihe nach: Der Sonnblickgipfel wird seit Mitte der 1980er zu 100% mit Stromenergie versorgt. Nur dadurch ist es möglich einen emissionsfeien Hochgebirgsstandort zu betreiben - die wesentliche Voraussetzung und DAS Qualitätsmerkmal des Standortes Sonnblick. Ohne Stromversorgung wäre der Standort nur eine einfache Wetterwarte – nur mit der emissionsfreien Energieversorgung ist er eine international angesehene Hintergrundmessstation im globalen GAW-Netz.

Bei dichtem Nebel und leichtem Schneefall gingen Mitte April die Lichter aus. Der Schaden wurde rasch von der APG gefunden, die für die 20 kV-Leitung verantwortlich ist. Deutlich schwieriger war es aber Spezialfirmen zu finden die im Stande sind die extrem exponierte Schadstelle und den technisch komplizierten Schaden zu beheben.

Die Schadstelle befand sind zwischen Pilatusscharte und Goldzechkopf in 3000m Seehöhe, unmittelbar am steilen Nordabbruch. Das Hauptproblem bestand aber darin, ob es überhaupt möglich ist, ein 35 Jahre altes Kabel dieser Bauart, das zudem noch unter Zug steht, zu flicken. Schlussendlich ist es mit der notwenigen Vorlaufzeit der APG gelungen den Schaden provisorisch zu beheben und Anfang Juli wieder Strom fließen zu lassen.

Dazwischen lagen harte Tage für das Observatorium und das Team: Es herrschte eingeschränkter Notbetrieb - Messungen waren zu 95% ausgefallen, der Forschungsbetrieb musste pausieren, die Seilbahn konnte nur für absolut notwendige Fahrten eingesetzt werden.

Der Notbetrieb wurde planmäßig mit Dieselnotstrom-aggregaten durchgeführt. Damit konnten Grundbedürfnisse wie Heizung, Licht, Kommunikation und Seilbahn aufrecht gehalten werden. Auf Grund der langen Dauer des Notbetriebes waren vom Sonnblickteam zahlreiche Extremsituationen und heikle Stunden zu meistern - von Ausfällen auf Grund von Überspannungen bis hin zu Improvisationen jeglicher Art. Nicht zuletzt der händische Transport (befüllen, Seilbahn be/entladen, tragen und einfüllen) von rund 16.000 Liter Diesel in 600 Kanistern verdeutlicht eine Komponente der erheblicher Mehrbelastung.
 
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