
Geoelektrisches Monitoring Permafrost | Robert Supper

Innerhalb des FWF Projektes
„Alpchange" des
Institutes für Geographie und Raumforschung der
Karl-Franzens-Universität Graz wurde die FA Geophysik der Geologischen
Bundesanstalt (GBA) mit der Durchführung von geoelektrischen Messungen beauftragt.
Ziel dieser Messungen war eine Evaluierung der Durchführbarkeit von
geoelektrischen Messungen in einem Permafrostgebiet bzw. die Charakterisierung
der Permafrostverhältnisse zum Messzeitpunkt (Auftaubereich/Dauerfrostbereich)
im Kristallin (Granitgneis). Die Messungen wurden im Gipfelbereich des Hohen
Sonnblicks beim Sonnblick-Observatorium durchgeführt. Anhand des
geoelektrischen Tiefensondierungsprofil soll der elektrische Widerstandsaufbaue
im Untergrund für die oben erwähnte Fragestellung ermittelt werden, um letztendlich
die dynamischen Prozesse genau zu verstehen.
Alpchange setzt sich zum Ziel Landschaftsveränderungen im
Alpinen Raum, die durch klimatische Veränderungen in der Vergangenheit und im Jetzt
entstanden sind, zu quantifizieren. Die Permafrostgebiete erstrecken sich ca.
über ~2.000 km2 in Österreich.
Durch die globale Erwärmung werden die Permafrostgebiete erwärmt und/oder aufgetaut,
dadurch entstehen weitreichende gemorphologische Veränderungen, die aufgrund
geänderter geotechnischer Probleme in bestimmten Fällen ein erhöhtes
Gefährdungspotential darstellen. Um diesem entgegenzuwirken ist es von großem
Interesse die Prozesse in den Permafrostgebieten besser zu verstehen. Dafür
werden geophysikalische Methoden, im besonderen die Geoelektrik schon seit einigen
Jahren zur Charakterisierung von dynamischen Permafrostprozessen eingesetzt.
Bei einer geoelektrische Messungen wird der Widerstandsaufbau
der Untergrundes untersucht. Dieser Untergrundparameter ist unter anderem
abhängig von dem Wassergehalt, der Wasserleitfähigkeit und der Temperatur des
zu untersuchenden Gebiets, wobei insbesondere das dynamische Wechselspiel des
Frieren und Auftauens geoelektrisch erfasst wird. Nimmt man an, dass sich der
Wassergehalt und die Wasserleitfähigkeit mit der Zeit ändert, kann man durch
die Geoelektrik die Veränderungen des Untergrundes über längere Zeit messen
(Friert das Porenwasser nimmt der Widerstand stark zu).
An der Geologischen Bundesanstalt wurde ein neues geoelektrisches
Messsystem (Geomon4D) entwickelt, welches
im Zuge diese Projekts für Permafrost Messungen verbessert und adaptiert werden
soll. Das Geomon4D kann als Monitoringsystem, d.h. für permanente
geoelektrische Messungen an einem Ort, eingesetzt werden. Dies ermöglicht die
zeitlichen Veränderungen der Permafrosts genauer zu erfassen (Geoeletrical measurments for permafrost monitoring at the Hoher Sonnblick).
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Auslage, des geoelektrischen Monitoringprofils am Hohen Sonnblick (Blickrichtung Observatorium)
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Zur Vorbereitung der permanenten Messungen wurden zwei geoelektrische
Sondierung am Gipfel des Hohen Sonnblicks durchgeführt. Die Profile wurden zu
verschieden Zeiten gemessen. Anhand der Inversionsergebnisse ist eine eindeutige
Zunahme des Widerstandsbereichs, die durch eine Auftauen/bzw. Abtauen des Permafrostbodens zustande kommt, zu erkennen. Dadurch konnte die Veränderung des
Permafrosts, d.h. das jährliche frieren und schmelzen, geoelektrisch erfasst
werden. Anhand dieser ersten Messungen ist zu erkennen, dass ein
geoelektrischen Monitoring ein gutes Instrument zur Überwachung von Permafrostprozessen
ist ( Geoelektrische Messungen am Hohen Sonnblick (Szbg.) 2006).
Die Darstellungen zeigen die Inversionsergebnisse der geoelektrischen Messungen. Das erste Bild zeigt die Ergebnisse der Messung im August 2006 und das zweite Bild, die der Messungen im März 2007. Gut zu erkennen ist die Erhöhung des elektrischen Widerstands während des Winters. Die hohen elektrischen Widerstände (rote Bereiche) repräsentieren den gefrorenen Untergrund, die grünen/bzw. blauen Bereiche markieren die Zone, in der Auftau- und Gefrierprozesse stattfinden.
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Zur permanenten Messung wurden die Elektroden (Metall Spieße)
am Gipfel des Sonnblicks eingegraben und ein Kabel permanent verlegt. Dies
geschah im November 2006. Da anfänglich technische Schwierigkeiten,
hervorgerufen durch Blitzschläge, wie auch elektrostatische Phänomene am
Sonnblick, auftraten, war es nicht möglich einen permanent Betrieb aufrechtzuerhalten.
Um weitere Messaussätze zu vermeiden ist es notwendig einen Blitzschutz
einzusetzen. Seit Sommer diesen Jahres wird an der Entwicklung eines speziell
für die Messmethode der Geoelektrik angepassten Blitzschutzes gearbeitet. Währendessen
werden an der Geologischen Bundesanstalt Labormessungen zum Permafrost
durchgeführt, um unter kontrollierten Bedingungen die dynamischen Verhältnisse
des Permafrosts simulieren zu können.
Es ist geplant den Messeinsatzt unter verbesserten Rahmenbedingungen
im Frühjahr 2008 fortzusetzen.
http://www.geologie.ac.at/ Ansprechpartner:
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; Geologische Bundesanstalt ; FA Geophysik
http://www.alpchange.at/ Ansprechpartner: A.o. Prof Mag. Dr. Gerhard Lieb; Institut für Geographie und Raumforschung
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