
Permafrost Monitoring Sonnblick | Michael Staudinger
Permafrost (permanenter Bodenfrost) ist Untergrundmaterial wie Fels oder Schutt, dessen Temperatur während mindestens einem Jahr unter null Grad Celsius bleibt. Das bedeutet, dass Permafrost nur aufgrund der Bodentemperatur definiert ist und Eis zwar enthalten kann, aber nicht muss.
Gletscher sind per Definition kein Permafrost. Permafrost liegt unter einer bis zu mehrere Meter mächtigen Auftauschicht, die im jahreszeitlichen Wechsel positive und negative Temperaturen aufweist. Aufgrund seiner Lage unter dieser Auftauschicht ist Permafrost an der Bodenoberfläche direkt weder sicht- noch messbar und existiert verborgen in Felswänden, ganzen Gipfelregionen oder Schutthalden.
Am Sonnblick wird derzeit im Auftrag der Akademie der Wissenschaften eine Studie der Zusammenhänge über Klimaänderungen – Permafrostentwicklung in einer inneralpinen österreichischen Hochgebirgslage durchgeführt. Optimal ist dabei die Nutzung der Datenlage (Energiebilanz etc.) und des Know Hows am Sonnblick, wie z.B die Erfahrungen bei der geologischen Sanierung des Gipfelaufbaus.
Zudem ist es möglich eine erste Abschätzung des Einflusses einer Bebauung auf die Permafrostentwicklung in einer Gipfellage zu studieren.
Die Vernetzung mit anderen Interessenten und Projekten mit Permafrostfragestellungen im In- und Ausland (z.B. BrahmatWInn, PermaNET) ist ein weiterer wichtiger Aspekt der Sonnblick Permafrostfoschung.
Seit Herbst 2007 wird dieses Projekt von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften mitfinanziert.
Im Rahmen des Projekts PermaNET (Permafrost long-time monitoring network), das vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert wird und bei dem die Partner der Alpenländer zusammenarbeiten, wird unter anderem eine Permafrostkarte für den gesamten Alpenraum erstellt werden. Weiters werden die Auswirkungen der aktuellen Klimaerwärmung auf den Permafrost modelliert werden. Die Messungen am Sonnblick liefern dafür eine wertvolle Datengrundlage. Das Projekt startete im Sommer 2008 und hat eine Laufzeit von 3 Jahren.
Täglich aktualisierte Messdaten der jeweils letzten 100 Tage können unter "aktuelle Messdaten " studiert werden.
Ewald Brückl, TU Wien, K. Krainer, Uni Innsbruck, (ILF Poscher), C. Schober, TB f. Geologie, A. Knittel, M. Staudinger
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