
Durch Initiative des Meteorologen Julius Hann und die tatkräftige Unterstützung des Rauriser
Bergwerkbesitzers Ignaz Rojachers konnte 1886 das Sonnblick-Observatorium errichtet werden.
Die Erhaltung des Observatoriums lag anfangs in den Händen der Österreichischen Gesellschaft
für Meteorologie, wäre jedoch ohne die Unterstützung Rojachers nicht möglich gewesen. Durch
den plötzlichen Tod Ignaz Rojacher's im Jahre 1891 war jedoch die weitere Erhaltung des Observatoriums
durch finanzielle Probleme gefährdet. Das war die Geburtsstunde des Sonnblickvereins, der 1892 gegründet
wurde und die finanzielle Basis für die Erhaltung des Observatoriums bereitstellen sollte.
Dazu war es jedoch notwendig eine große Anzahl von Mitgliedern und Sponsoren zu werben was
durch einen Aufruf zum Beitritt auch gelang. Zu den Gründungsmitgliedern des Sonnblickvereins
zählten viele bekannte Wissenschaftler und Personen des Wirtschafts- und Geistesleben des ausgehenden
neunzehnten Jahrhunderts. Aus der Vielzahl seien hier Anton Dreher Bierbrauer aus Schwechat,
der Kaffee-Commercialrat Julius Meinl oder Freiherr Albert Anselm von Rothschild erwähnt.
Die Erhaltung des Observatoriums stellte sich jedoch als eine sehr schwierige Aufgabe heraus und war
oft von finanziellen Engpässen - manchmal sogar existenziellen Krisen - geprägt. Besonders die Zeiten
nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg erforderten sehr große Bemühungen seitens der Verantwortlichen
im Sonnblick-Verein um die erforderlichen Geldmittel aufzutreiben. Wilhelm Schmid nach dem Ersten und
Luitpold Binder nach dem Zweiten Weltkrieg starteten sehr erfolgreiche Mitglieder Werbeaktionen.
Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg gab es eine Reihe von beachtenswerten Sponsoringaktionen.
Josef Bendl, ein Wiener Lehrer, veranstaltete Lichtbildvorträge über das Observatorium und begeisterte
auch die Jugendlichen mit seinem spannenden Buch "Der Sonnblick ruft". Der damals noch weitgehend unbekannte
Johannes Mario Simmel verfasste einen Kommentar mit Spendenaufruf im "Neuen Österreich". Siegfried Schwarzl,
ein Wiener Musiker und Meteorologe veranstaltete ein Benefizkonzert des Staatsopernorchesters zugunsten des
Sonnblicks. Durch diese geballte Hilfsaktionen konnten auch in dieser wirtschaftlich sehr schlechten Zeit die
Fananzierung gesichert werden.
Heute stehen dem Sonnblickverein jährliche Subventionen des Wissenschaftsministeriums und der
Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie Vereins- und Sponsoringbeiträge für die Erhaltung des
Observatoriums zur Verfügung. Die Beobachter sind Personal der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik,
ein Messtechniker wird durch das Umweltministerium und die Länder Salzburg und Kärnten bezahlt.
Auch der 1986 fertiggestellte Neubau des Observatoriums sowie der 1994 fertiggestellte Neubau der Talstation
konnten durch entsprechende Mittel des Wissenschaftsministeriums verwirklicht werden.
Der Sonnblickverein kann also mit Stolz auf die nunmehr 123 jährige Geschichte seines
Observatoriums zurück blicken,
einer weltweit einzigartigen Forschungsstationen von der bedeutende
Beiträge zur Meteorologie und Umweltforschung
ausgegangen sind.
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