
Betrieb der Station am Hohen Sonnblick für das UV-B-Messnetz | Stana Simic
Zum Monitoring des biologisch wirksamen
Anteils der UV-Strahlung werden so genannte UV-Biometer verwendet. Das sind
Filtergeräte, bei denen die Tatsache berücksichtigt wird, dass die einzelnen
Wellenlängenbereiche der UV-Strahlung unterschiedliche Wirksamkeit auf biologische
Systeme haben. Zur Information über die UV-Strahlungsintensität wird daher
durch Filtern eine Gewichtung entsprechend der Wirkungskurve für die Rötung der
Haut (Erythembildung) vorgenommen. Die gemessene Strahlungsintensität wird als
UV-Index angegeben. Dieser wurde von der WMO (World Meteorological Organization)
gemeinsam mit der WHO (World Health Oranization) zur Information der
Bevölkerung definiert und ist ein Maß für die Stärke jenes Anteils der
UV-Strahlung, der für die Gesundheit relevant ist.
Das UV-Biometer am Sonnblick wurde im Juni 1997
installiert und in das UV-Messnetz Österreich eingebunden. Das Messnetz besteht seit Jänner 1999 aus insgesamt 12 über Österreich
verteilten UV-Biometern der Firma Solar Light & Co. (U.S.A). Die spektrale Empfindlichkeit
dieses Strahlungsdetektors ist dem Wirkungsspektrum des Erythems (Sonnenbrand)
angepasst (McKinlay and Diffey, 1987) und liefert ein Mass für
die schädigende Wirkung der UV-Strahlung auf menschliche, kaukasische Haut.
Die höchsten erythemwirksamen Bestrahlungsstärken treten erwartungsgemäß
im Frühjahr und Sommer auf. An sonnigen Tagen kann ein UV-Index bis zu 12
erreicht werden; ein UV-Index von > 9 wird als sehr hohe Belastung
klassifiziert. In den Wintermonaten Dezember und Januar ist der UV-Index stets
„niedrig“ (< 4). Maximale Messwerte ergeben sich aus der Kombination von sonnigen
Wetterbedingungen und niedrigem Gesamtozon.Der UV-Index zeigt bei bewölktem Himmel eine hohe zeitliche
Variabilität. Verglichen mit wolkenlosem Himmel führen Wolken zu einer
Abschwächung der am Erdboden auftreffenden UV-Strahlung. Bei starker Bewölkung
kann der UV-Index im Sommer < 1 betragen. In bestimmten Fällen, wie z.B. bei
gebrochener Bewölkung und nicht verdeckter Sonnenscheibe, können Wolken aber
auch eine Erhöhung des UV-Index bewirken.
Ansprechpartner:Stana Simic, BOKU-Wien, Institut für Meteorologie
Mag. Martin Kriech, Abteilung V/4 des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Prof. Dr. Mario Blumthaler, Sektion für Biomedizinische Physik, Medizinische
Universität Innsbruck
Dr. Josef Schreder, The Austrian Calibration Measurement Software Company
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