Unser "Kisterl"
Bei der Seilbahn auf den Sonnblick handelt es sich um eine einspurige Pendelbahn mit geschlossener Zugseilschleife.
Die wegen des spartanischen Fahrbetriebsmittels, welches liebevoll "Kisterl" genannt wird, abenteuerlich anmutende
Seilbahn ist technisch so ausgerüstet, daß Personentransport erlaubt ist. Dieser erweiterte Werksverkehr erlaubt
jedoch nur die Beförderung von Personen die am Observatorium und Zittelhaus beschäftigt sind. Die Seilbahn überwindet
eine Höhendifferenz von 1484 Höhenmeter und die etwa 3300 m lange Seilstrecke in 20 Minuten. Der bergseitige Antrieb
(39 kW Elektromotor) stellt dabei eine Fahrgeschwindigkeit von 2,6 m/s (etwa 9,4 km/h) sicher. Das 18 mm starke
Tragseil, welches in der Bergstation fix verankert und in der Talstation mit 13 t auf Zug gehalten wird, liegt
dabei auf nur einer Stütze auf. Die sich dadurch ergebende Seilneigung (Cosinus Hyperbolicus-Linie) erreicht bei
der Bergstation einen Winkel von 47°, welches durch die Bauweise des Fahrbetriebsmittel (siehe Schattenphoto) nicht
ausgeglichen werden kann. Das 11 mm starke Zugseil wird auf der Gegenseite durch zwei weitere Stützenbauwerke im
oberen Teil geführt.
Die bei solchen Hochgebirgseilbahnen immer wieder gestellte Frage der Sicherheit wird durch strenge Auflagen der
Behörde beantwortet. Es darf nur bei Windgeschwindigkeiten unter 30-40 km/h (je nach Windrichtung) im Anlagenbereich
gefahren werden. Vor jeder Fahrt muß die gesamte Anlage kontrolliert werden, bei Personentransport wird durch ein
Funkgerät die Kommunikation zwischen Führerstand und Fahrbetriebsmittel sichergestellt. Bei einem Stromausfall kann
die nötige Energie durch ein Dieselaggregat erzeugt werden, sollte dies auch versagen, kann mit einem eigenständigen
Notmotor die nächstgelegene Station erreicht werden. Sollte es durch ein sehr unwahrscheinliches Gebrechen nicht mehr
möglich sein das "Kisterl" zu bewegen, können sich die Fahrgäste mit einem mitgeführten Bergegerät selbst aus der
Gondel abseilen und den Abstieg zu Fuß fortsetzen oder mit dem Hubschrauber geborgen werden.
Vor Antritt jeder Fahrt sind die Beförderungsbedingungen auszufüllen.
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