Sonnblickpanorama

45° Ausschnitt
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Facts

Hintergrundstation Sonnblick Observatorium

In den letzten 20 Jahren wurde das Sonnblickobservatorium zu einem Zentrum österreichischer Atmosphärenforschung weil hier einmalige und unvergleichliche Bedingen für die Wissenschaftler geschaffen wurden: Weitab von lokalen Verschmutzungsquellen, die jede Messung empfindlich stören können, kann genau untersucht werden, was sich in der freien Atmosphäre über dem europäischen Kontinent abspielt und wie das Zusammenwirken von Sonnenstrahlung, Niederschlag und den einzelnen hochaktiven Spurenelementen funktioniert.  

Emissionsfreie Energieversorgung

Bedingung ist aber auch, daß am Observatorium selbst keine Emissionen stattfinden, Heizung und Seilbahn werden daher nur elektrisch betrieben. Voraussetzung dafür ist eine 20 kV Leitung, die von der AHP - Verbund vor über 30 Jahren auf der Strecke Zirmsee - Sonnblick installiert wurde und die seither ohne einen Tag Unterbrechung ausreichend Strom lieferte. Für den nicht wahrscheinlichen, aber durchaus möglichen Fall eines Stromausfalls stehen Dieselaggregate mit ausreichender Leistung für Seilbahn und Heizung bereit.  

Abluftkonzept 

Damit innerhalb des Hauses Emissionen von Meßgeräten und sonstigen Infrastruktureinrichtungen nicht in die Ansaugvorrichtung der hochempfindlichen Meßanlagen gelangen können, wird das Innere des Hauses unter leichtem Unterdruck gehalten. Die dabei angesaugte Luft wird 20m höher über den Turm nach oben ausgeblasen. Damit kann auch gleichzeitig die Temperatur in den Räumen reguliert werden, einzelne Meßgeräte heizen auf Grund ihrer Leistung in den Laborräumen stärker als eine Zentralheizung.

Moderne Laborräume und laufende Betreuung vor Ort

An Räumlichkeiten stehen innen für Laborzwecke ca. 60m2 zur Verfügung, auf den Außenterrassen sind es ca 100m2.  Die Nutzung jedes Quadratmeters muß daher innen und außen gut geplant werden, da die Meßgeräte sich gegenseitig beeinflussen könnten. Die Betreuung der Meßeinrichtungen und kleinere Wartungsarbeiten werden durch 4 Beobachter und einen Wissenschaftler (Meßtechniker) wahrgenommen. 2 Beobachter sind ständig vor Ort, der Wissenschaftler kommt 1 mal pro Woche auf das Observatorium.

EDV Infrastruktur

Die Messdaten können auf einem Server mit ausfallsicherem Clusterkonzept abgespeichert werden; damit ist der Aufwand zur Messdatenverarbeitung bei neuen Projekten sehr gering. Das gesamte Observatorium ist mit Glasfaser verkabelt, die Terrasse und der Gipfelbereich werden durch WLAN abgedeckt. Der 4Mbit Anschluss an das Internet bietet direkten Zugriff auf Daten und Messgeräte via VPN (Virtual Private Network). Betreuung und gegebenenfalls Erweiterung der Basiskomponenten erfolgt durch die ZAMG .

 

 

 

Hausordnung

 

 

HAUSORDNUNG für das Sonnblick Observatorium

 

Herzlich willkommen am Sonnblickobservatorium - wir hoffen dass Ihr Aufenthalt angenehm und Ihre Arbeit erfolgreich ist. Damit alle auf knappem Raum miteinander gut auskommen, gibt es ein paar einfache Regeln:

 

1. Die Benutzungsbewilligung für das Observatorium erteilt der Leiter des Observatoriums.

2. Die Durchführung von Forschungsprojekten und z.B. die Verlegung von Leitungen oder Messeinrichtungen werden jeweils in einer Projektvereinbarung vertraglich geregelt bzw. bedürfen der ausdrücklichen Zustimmung.

3. Arbeiten durch das Sonnblickpersonal im Rahmen von Projekten sind in der Projektvereinbarung im Vorhinein zu klären.

4. In Vertretung des Leiters des Observatoriums und des SV ist das ständige Personal für Gesamtgebäude und Einrichtungen zuständig. Den Anordnungen der Beobachter bzw. des Sonnblickpersonals ist Folge zu leisten.

5. Bei technischen oder praktischen Problemen ist der Observatoriumsleiter oder dessen Mitarbeiter  durch Projektanten oder Beobachter zu verständigen.

6. Die Verwendung der Materialseilbahn mit erweitertem Personenverkehr ist in den Beförderungsbedingungen geregelt.

7. Übernachtungsmöglichkeiten für Projektanten sind im angeschlossenen Zittelhaus des AV Rauris gegeben. Diese sind dort entsprechend anzumelden und werden direkt dort abgerechnet. (Typischerweise geöffnet von März bis Mai sowie von Juli bis September).

8. Außerhalb der Öffnungszeiten besteht eingeschränkt die Möglichkeit im Zittelhaus zu übernachten (ohne Heizung, Wasser und Verpflegung sind selbst mitnehmen). Die Zuweisung und Handhabung erfolgt über die Beobachter des Observatoriums. Die Zimmer stehen unter Angabe der Organisation/Firma, Name, Adresse und Zeitraum der Benutzung mit den üblichen Hüttentarifen zur Verfügung. Der AV ist per Mail zu verständigt und verschickt nachfolgend die Rechnung.

9. Bei Nächtigung im Observatorium bzw. Zittelhaus ist auf Reinlichkeit zu achten und sind unbedingt Schlafsäcke mitbringen. Das Gäste WC - im Observatorium bitte so sauber zu halten, wie man es sich selbst vorzufinden wünscht. Waschgelegenheit für Besucher besteht im Gäste-WC. Das Badezimmer der Beobachter ist ausschließlich für das Beobachter-Personal reserviert.

10. Bei der Mitbenützung der Küche im Observatoriums (außerhalb der Öffnungszeiten Zittelhaus) ist auf die begrenzte örtliche Gegebenheiten Rücksicht zu nehmen, auf Sauberkeit zu achten und nur in Abstimmung mit den Beobachtern zu agieren. Der Rückzugsbereich der Sonnblickmitarbeiter ist zu achten.

11. Denken Sie bitte daran, dass Sie sich in 3100m Höhe befinden. Zufolge dieser Höhenlage und der Extremsituation ist die Konzentration und Selbstbeherrschung manchmal beeinträchtigt. Kalkulieren Sie diese Stresssituation bei Ihrer Arbeit und beim Umgang mit Mitbewohnern ein.

12. Außerhalb des Gebäudes befinden sie sich in hochalpinem Gelände mit entsprechendem Gefahrenpotenzial. Da es nicht gewährleistet ist, dass ein Betrieb der Seilbahn unter allen Umständen gegeben ist, sind entsprechende Ausbildung und Ausrüstung beim Besuch des Observatoriums notwendig.

13. Im Observatorium und auf der Messplattform besteht striktes Rauchverbot. Geraucht werden darf im Eingangsbereich Obs/Zittelhaus (Süden) sowie auf der Nordterrasse (Zugang durchs Obs.).

 

ZAMG / SV Dr. Elke Ludewig, Observatoriumsleiter 17.06.2016

 

[Verteiler: Web, Beilage Vertrag und Beförderungsrichtlinie, Aushang auf Plastiktafel – Talstation, Eingang Bergstation Seilbahn, Eingang Zittelhaus]

 

 

 

 

Verhalten im alpinen Gelände

  

FÜR PERSONAL UND BESUCHER DES OBSERVATORIUMS
(Beobachter, Projektant, ZAMG-SV-Mitarbeiter, Handwerker, Wissenschaftler)


Sonnblickobservatorium - Verhalten im Gelände 


Das Sonnblickobservatorium befindet sich in 3100 m Seehöhe in einem hochalpinen Gelände, nach Süden hin schließt Gletschergelände an, nach Norden hin fällt eine steile Felswand ab. Die Zustiege von Norden und Süden her sind lange alpine Wanderungen, im Sommer entweder über Gletscher und/oder ausgesetzter Gratkletterei, im Winter als lange Skitour mit potenziellen Lawinengefahrenbereichen.


Auch bei der Zufahrt mittels Materialseilbahn (für einen eingeschränkten Personenverkehr) kann man im Notfall abrupt mit hochalpinem Gelände konfrontiert werden. Im Falle einer Notabseilung im Rahmen des Bergungsplanes ist man steilem und hochalpinen, teils vergletschertem Gelände ausgesetzt.


Der Besucher des Observatoriums (Projektant, ZAMG-SV-Mitarbeiter, Handwerker, Wissenschaftler) hat für sich selbst zu prüfen ob a) die notwendigen Voraussetzungen für den Besuch des Observatoriums gegeben sind und b) das Verlassen des Bergobservatoriums verantwortet werden kann.


Jeder Besucher ist dabei für sich selbst verantwortlich. Im Zweifel, bei schwierigen Außenarbeiten und unsicheren Bedingungen ist eine Verschiebung auf eine günstigere Zeit zu erwägen, sind Sicherungsmaßnahmen durchzuführen, gegebenenfalls macht es auch Sinn einen Bergführer beizuziehen.

Folgende Punkte sind speziell zu beachten:

Kleidung – Ausrüstung: Schlechtwetter im Hochgebirge kommt oft sehr überraschend – innerhalb einer Stunde kann es im August plötzlich winterliche Verhältnisse geben. Regenfeste Kleidung, Mütze und Handschuhe sowie festes Schuhwerk gehören zur Grundausrüstung, ausreichende Getränke, ein Biwaksack, sowie Bergnotapotheke müssen ebenso Inhalt des Rucksacks für unvorhergesehene Fälle sein.


Kondition: Der Aufstieg auf den Sonnblick mit 1500 Höhenmetern, aber auch Abstieg oder Unternehmung vom Gipfel weg brauchen Ausdauer und Kondition, nicht zuletzt wegen der Höhenlage in über 3000 m.


Steilgelände: Direkt außerhalb des Observatoriums beginnt in fast allen Richtungen hochalpines Steilgelände. Entsprechende Vorsicht, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und gute Sicht sind Voraussetzung für das Verlassen des Gebäudes.


Schneefelder: Schneefelder im Frühjahr und Frühsommer werden oft unterschätzt. Am Morgen sind dieser mitunter hart gefroren und man rutscht ohne Steigeisen leicht aus.


Spalten – Anseilen – Spaltenbergung: An den Gletschern gibt es Spaltenzonen mit großen und teils sehr tiefen Spalten, die bereits bei einer geringen Schneebedeckung nicht mehr sichtbar sind. Bei der Begehung des Gletschers und bei Gletscherarbeiten hat man den entsprechenden Verhältnissen angepasst zu agieren (Seilsicherung und Steigeisen abseits der Hochwintersituation falls notwendig).


Lawinen: Das Gelände außerhalb des Observatoriums befindet sich ¾ des Jahres in einer winterlichen Umgebung. Ab dem Frühwinter bis ins späte Frühjahr hinein (Oktober bis Juni) gibt es wiederholt Phasen mit erhöhter Lawinengefahr. Dies betrifft neben dem Gelände ums Observatorium vor allem die Anstiege aus dem Tal sowie das Gelände unter der Seilbahn. Lawinenkenntnisse und Notfallausrüstung sind obligat.


Gewitter: Gewitter können plötzlich aufziehen und sind gefährlich. Innerhalb des Observatoriums ist man blitzgeschützt. Unmittelbar außerhalb des Gebäudes und auf den Terrassen besteht hingegen kein Blitzschutz. Eine Planung des Aufenthalts im Freien mit Beachtung von Wetterbericht und Gefahrenzeichen ist notwendig.


Nebel: Nebel fällt oft rasch ein und kann die Orientierung unmöglich machen, sehr rasch gerät man in gefährliches Gelände ohne es zu wissen. Karten mit Navigationstools sowie GPS sollten bei Feldarbeiten und Auf/Abstiegen mitgeführt werden.


Steinschlag: In und unterhalb steilerer Felspassagen ist zu gewissen Zeiten Steinschlag möglich. Geländebeobachtung und falls notwendig ein Helm können diese Gefährdung etwas minimieren.

 

Dr. Elke Ludewig, Leitung Sonnblickobservatorium, 17.06.2016


[Verteiler: Web, Beilage Vertrag und Beförderungsrichtlinie, Aushang auf Plastiktafel – Talstation, Eingang Bergstation Seilbahn, Eingang Zittelhaus]

 

 

 
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