Sonnblickpanorama

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Facts

Hintergrundstation Sonnblick Observatorium

In den letzten 20 Jahren wurde das Sonnblickobservatorium zu einem Zentrum österreichischer Atmosphärenforschung weil hier einmalige und unvergleichliche Bedingen für die Wissenschaftler geschaffen wurden: Weitab von lokalen Verschmutzungsquellen, die jede Messung empfindlich stören können, kann genau untersucht werden, was sich in der freien Atmosphäre über dem europäischen Kontinent abspielt und wie das Zusammenwirken von Sonnenstrahlung, Niederschlag und den einzelnen hochaktiven Spurenelementen funktioniert.  

Emissionsfreie Energieversorgung

Bedingung ist aber auch, daß am Observatorium selbst keine Emissionen stattfinden, Heizung und Seilbahn werden daher nur elektrisch betrieben. Voraussetzung dafür ist eine 20kV Leitung, die von der AHP - Verbund vor 20 Jahren auf der Strecke Zirmsee - Sonnblick installiert wurde und die seither ohne einen Tag Unterbrechung ausreichend Strom lieferte. Für den nicht wahrscheinlichen, aber durchaus möglichen Fall eines Stromausfalls stehen Dieselaggregate mit ausreichender Leistung für Seilbahn und Heizung bereit.  

Abluftkonzept 

Damit innerhalb des Hauses Emissionen von Meßgeräten und sonstigen Infrastruktureinrichtungen nicht in die Ansaugvorrichtung der hochempfindlichen Meßanlagen gelangen können, wird das Innere des Hauses unter leichtem Unterdruck gehalten. Die dabei angesaugte Luft wird 20m höher über den Turm nach oben ausgeblasen. Damit kann auch gleichzeitig die Temperatur in den Räumen reguliert werden, einzelne Meßgeräte heizen auf Grund ihrer Leistung in den Laborräumen stärker als eine Zentralheizung.

Moderne Laborräume und laufende Betreuung vor Ort

An Räumlichkeiten stehen innen für Laborzwecke ca. 60m2 zur Verfügung, auf den Außenterrassen sind es ca 100m2.  Die Nutzung jedes Quadratmeters muß daher innen und außen gut geplant werden, da die Meßgeräte sich gegenseitig beeinflussen könnten. Die Betreuung der Meßeinrichtungen und kleinere Wartungsarbeiten werden durch 4 Beobachter und einen Wissenschaftler (Meßtechniker) wahrgenommen. 2 Beobachter sind ständig vor Ort, der Wissenschaftler kommt 1 mal pro Woche auf das Observatorium.

EDV Infrastruktur

Die Messdaten können auf einem Server mit ausfallsicherem Clusterkonzept abgespeichert werden; damit ist der Aufwand zur Messdatenverarbeitung bei neuen Projekten sehr gering. Das gesamte Observatorium ist mit Glasfaser verkabelt, die Terrasse und der Gipfelbereich werden durch WLAN abgedeckt. Der 2Mbit Anschluss an das Internet bietet direkten Zugriff auf Daten und Messgeräte via VPN (Virtual Private Network). Betreuung und gegebenenfalls Erweiterung der Basiskomponenten erfolgt durch die ZAMG .

 

 

 

Hausordnung

 

HAUSORDNUNG für das Sonnblick Observatorium

 

Herzlich willkommen am Sonnblickobservatorium - wir hoffen dass Ihr Aufenthalt angenehm und Ihre Arbeit erfolgreich ist. Damit alle auf knappem Raum miteinander gut auskommen, gibt es ein paar einfache Regeln:

 

1. Die Benutzungsbewilligung für das Observatorium erteilt der Leiter des Observatoriums.

2. Übernachtungen sind im Nächtigungsbuch einzutragen unter Angabe der Dienststelle, Name, Adresse und Zeitraum der Benutzung. Das Nächtigungsbuch liegt im Observatorium auf.

3. Der Nächtigungsraum befindet sich im Zittelhaus. Die Beobachter vergeben und kontrollieren Schlüssel und Zimmerzustand nach der Benützung. Bitte auf Reinlichkeit achten und unbedingt Schlafsäcke mitbringen. Das Gäste WC - im Observatorium bitte so sauber zu halten, wie man es sich selbst vorzufinden wünscht.

4. Beim Kochen  und Verwendung der Küche ist auf die begrenzten örtlichen Gegebenheiten Rücksicht zu nehmen, auf Sauberkeit zu achten und nur in Abstimmung mit den Beobachtern die gemeinsame Küche zu benutzen.


5. Die Durchführung von Forschungsprojekten und z.B. die Verlegung von Leitungen oder Messeinrichtungen wird jeweils in einer Projektvereinbarung vertraglich geregelt.

 

6. In Vertretung des Leiters des Observatoriums und des SV ist das ständige Personal für Gesamtgebäude und Einrichtungen  verantwortlich. Den Anordnungen der Beobachter ist Folge zu leisten. Hilfsleistungen für Projekte sind in der Projektsvereinbarung im Vorhinein zu klären.

7. Die Verwendung der Seilbahn ist in den Seilbahnbeförderungsbedingungen geregelt.

 

8. Bei technischen oder praktischen Problemen bitte den Observatoriumsleiter durch Projektanten oder Beobachter zu verständigen. Denken Sie bitte daran, dass Sie sich in 3100m Höhe befinden. Zufolge dieser Höhenlage und der Extremsituation ist die Konzentration und Selbstbeherrschung manchmal beeinträchtigt. Kalkulieren Sie diese Stresssituation bei Ihrer Arbeit und beim Umgang mit Mitbewohnern ein und klären Sie bitte eventuelle Höhenunverträglichkeiten rechtzeitig mit Ihrem Hausarzt.

9. Außerhalb des Gebäudes herrschen hochalpine Bedingungen und entsprechende Gefährdungen. Da es nicht gewährleistet ist, dass ein Betrieb der Seilbahn unter allen Umständen gegeben ist, sind entsprechende Ausbildung und Ausrüstung beim Besuch des Observatoriums unbedingt notwendig.


Bernhard Niedermoser, Observatoriumsleiter
 

 

 
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