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Ozonschichtdicke und UVB - Monitoring | Stana Simic 

brewer.jpgIn Österreich werden am Hohen Sonnblick seit 1994 kontinuierliche spektrale UV-Messungen entsprechend den Qualitätsanforderungen des "Network for the Detection of Atmospheric Change - NDACC" sowie Messungen des Gesamtozons durchgeführt. Damit ist die an dieser Station ermittelte spektrale UV Datenreihe eine der längsten in Europa.
Die messtechnische Bestimmung der spektralen UV-Strahlung ist schwierig und technisch aufwendig. Das liegt zum einen am geringen Anteil der UVB-Strahlung an der Globalstrahlung und zum anderen daran, dass die spektrale Bestrahlungsstärke zu kürzeren Wellenlängen stark abfällt. Die Stabilität der verwendeten Geräte muss über eine lange Messzeit gewährleistet sein, um z.B. Langzeitveränderungen der UV-Strahlung erfassen zu können.
 
Wegen der experimentellen Schwierigkeiten werden erst seit Anfang der neunziger Jahre kontinuierliche spektral aufgelöste Messungen durchgeführt [McKenzie et al., 1992, Kerr et al., 1993, Bais et al., 1993]. Die längsten mit Breitbandgeräten gemessenen Datenreihen der UV-Strahlung sind nur bedingt zur Trendanalyse geeignet, weil die Langzeitstabilität der Absolutempfindlichkeit schwieriger zu gewährleisten ist als bei Spektralradiometern. Breitbangeräte haben im Allgemeinen größere Messunsicherheiten als Spektralradiometer [Weatherhead et al., 1997]. Messungen mit Spektralradiometern sind zudem aussagkräftiger und liefern wesentlich mehr Informationen zur Interpretation der Beobachtungen. Um die Messunsicherheit möglichst gering zu halten, ist sowohl eine Qualitätskontrolle als auch eine Qualitätssicherung der Messgeräte notwendig.

Mit dem Brewer-Spektrophotometer werden sowohl kontinuierliche Messungen der globalen UV-Strahlung, als auch Messungen des Gesamtozons seit 1994 durchgeführt. Das Messgerät befindet sich auf einem Suntracker, welcher, durch einen Kontrollrechner gesteuert, der Sonne azimuthal folgt. Das Spektrophotometer besteht aus einem Monochromatorteil, einem modifizierten Ebert-f/6-Spektrometer, einem Photomultiplier, einem Diffuser und zwei Eichlampen. Der Monochromator besitzt ein Beugungsgitter mit 1200 Linien pro mm und sechs Schlitzen, welche die sechs gewählten Wellenlängen ausblenden. Einer dieser Ausgangsschlitze wird zur Wellenlängenkalibrierung gegen eine Quecksilberreferenzlinie benötigt. Die anderen fünf Schlitze, die in einem Spektralbereich zwischen 306 und 320 nm liegen, sind für die Messungen bestimmt. Über ein steuerbares Umlenkprisma kann einerseits die Strahlung im Zenit oder bei direkter Sonne gemessen werden, andererseits besteht die Möglichkeit, mit den internen Kalibrierlampen (Quecksilberlampe, Standardlampe zur Überwachung der spektralen Empfindlichkeit) zu messen. 
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Zur Qualitätssicherung des Brewer-Spektrophotometer wurden seit 1993 mehrere Gerätevergleiche und Wartungs- und Kalibrationsüberprüfungen von der Firma International Ozone Service (Int`l Ozone Services Inc.) am Hohen Sonnblick durchgeführt. Die erste derartige Kampagne fand im Arosa im Jahr 1993 noch vor Aufstellung des Brewer am Messort statt. Es folgten die Kampagnen in den Jahren 1996, 1999, 2002 und 2005. Die Abweichungen zum Referenzgerät liegen bei Gesamtozonmessungen unterhalb 1% und für UVB-Messungen in einem Bereich von ±5%.

Das Bentham-Spektralradiometer zur Durchführung spektraler kontinuierlicher Feldmessungen an der Station Sonnblick wurde als stationäres System aufgebaut. Es ist seit dem Jahr 1996 im Dauerbetrieb eingesetzt. Der zentrale Baustein des Spektralradiometers ist der Doppelmonochromator, ein DM 150 der Firma Bentham, der in der so genannten Czerny-Turner Konfiguration arbeitet. Die spektralen UV-Messungen mit dem Bentham-Spektrophotometer werden kontinuierlich jede halbe Stunde durchgeführt, in einem Spektralenbereich von 280-500 nm und einem Wellenlängenabstand von 0.5 nm. Ein weiterer Bentham-Doppelmonochromator DM150 wurde im Jahr 1997 in Großenzersdorf für den mobilen Betrieb aufgebaut, welcher zur Qualitätskontrolle der stationären Geräte und für Messkampagnen eingesetzt wird. 
 
Die globalen Veränderungen der Erdatmosphäre durch den Klimawandel  beeinflussen die am Erdboden ankommende Intensität der UV-Strahlung. Die Verringerung der Ozonschichtdicke in der Stratosphäre führt zu einem Anstieg der biologisch aktiven UV-Strahlung. Weitere wesentliche Faktoren für den Transfer der UV-Strahlung durch die Atmosphäre sind Bewölkung, Aerosoltrübung und Albedo (Reflexion am Erdboden).  
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Gesamtozonmessungen am Hohen Sonnblick (3106 m) bestätigen die seit 30 Jahren beobachtete Ausdünnung der Ozonschicht über Mitteleuropa. Nach einer starken Abnahme bis etwa zum Jahr 1993 scheint sich die Konzentration auf niedrigem Niveau zu stabilisieren [Newchurch et al., 2003, Steinbrecht et al., 2004]. Die nachgewiesene generelle Klimaänderung, verbunden mit einer Erwärmung der Troposphäre und einer Abkühlung der Stratosphäre, lässt allerdings auch in Zukunft eine weitere Beeinflussung der Ozonschicht erwarten.    


 

 

 

 

   

 
Die Monatsmittelwerte in Österreich lagen in den letzten 10 Jahren im Winter bis 20% und in den Sommermonaten bis 10% unter dem langjährigen Monatsmittel. An einzelnen Tagen erreichte das Ozondefizit sogar Werte von nahezu minus 40%. Diese besonders niedrigen Werte (Ozon-Mini-Löcher) konnten in den letzten Jahren immer häufiger beobachtet werden.ts_1994-2006.jpg

   
Sowohl die am Hohen Sonnblick gemessenen Werte der Ozonschichtdicke als auch die täglich an den verschiedenen Messstellen ermittelten UV-Index Werte werden im ORF-Teletext und im Internet veröffentlicht (ORF-Teletext Seite 644, Internet:http://www.uv-index.at).

Aktuelle Werte des stratosphärischen Ozons über Österreich

    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

Ansprechpartner:Stana Simic, BOKU-Wien, Institut für Meteorologie

Mag. Martin Kriech, Abteilung V/4 des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft.

 

Letzte Aktualisierung ( Samstag, 29. Dezember 2007 )
 

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