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Tritiumgehalt der Atmosphäre | Roland Tesch

Tritium als natürliche und vom Menschen gemachte Strahlung hat aus wissenschaftlicher Sicht einen Vorteil: Mit ihm wird weltweit nachvollziehbar, wie sich Strahlung verbreitet. ForscherInnen aus dem Geschäftsbereich Umwelt- und Lebenswissenschaften von ARC Seibersdorf research haben mit Partnern im Frühjahr 2004 erfolgreich eine Stelle am Hohen Sonnblick eingerichtet, um die Konzentration der Tritiumaktivitäten zu messen. Damit können nun wichtige Fragen beantworten werden.
 
Tritium ist ein Isotop des Wasserstoffs, also ein Atom des Elements, das sich nur durch die unterschiedliche Anzahl von Neutronen im Atomkern von ihm unterscheidet. In die Umwelt gelangt es vor allem in Form von Wasser, das Tritium aufweist. Im Zuge der oberirdischen Kernwaffentests im Kalten Krieg der 1950er und 1960er Jahre wurden große Mengen an Tritium frei gesetzt. Sie übertrafen jene aus natürlichen Quellen - etwa kosmische Strahlung - um das 200-fache. Betrachtet man diese Strahlenemissionen nicht aus dem Blickwinkel des Strahlenschutzes, können sie als eine Art globaler Markierungsversuch aufgefasst werden. Und dementsprechender Nutzen daraus gezogen werden.
Jene chemische Verbindung, in der Tritium am häufigsten angetroffen wird, ist Wasser (HTO). Als Wasser nimmt das Isotop am hydrologischen Kreislauf teil und wird als Luftfeuchte mit den Luftmassen über große Distanzen transportiert.
Nachweis von menschlichem Einfluss gesucht

Durch die Messungen in 3.106 Metern Höhe auf dem Hohen Sonnblick sollte eine Reihe von Fragen beantwortet werden. Zum ersten, ob sich die Werte der klassischen Reinluftstation, also ohne menschlichem Einfluss, von jenen zuvor in Wien beobachteten unterscheidet. Zum zweiten, ob der Einfluss des Menschen in Form deutlicher Anstiege in der Konzentration der Tritiumaktivitäten nachweisbar sind. Und zum dritten sollte im Hinblick auf geplante Tests von Kernfusionsanlagen auch eine Messwertreihe als "Vorfusionshintergrund" aufgenommen werden. Die Probennahmen begannen im März 2004 und werden derzeit noch weiter durchgeführt. Eine wichtige Frage in dem Projekt konnte in den ersten Monaten der Laufzeit beantwortet werden: Das Sammelsystem für die Analyse der Proben läuft unter den schwierigen klimatischen Bedingungen am Sonnblick und der vergleichsweise großen Distanz zwischen Sonnblick als Sammelstelle und Labor in Wien sehr gut.


Ansprechpartner
Roland Tesch (Projektleitung)

Andrea Sulyog

Sato Sasamori von der TU Wien.

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 7. Mrz 2013 )
 
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