Ein Schneeprofil wird erstellt

Unterhalb der Goldbergspitze neben dem Hohen Sonnblick wird ein Schneeprofil erstellt.

Ein Schneeprofil ist ein Querschnitt durch eine Schneedecke, welcher zur Untersuchung der einzelnen Schneeschichten angelegt wird. Die verschiedenen Schichten im Schnee können auf Parameter wie Härte, Schneeart/Kornform und Wassergehalt/Feuchtigkeit untersucht werden. Diese lassen Rückschlüsse auf meteorologische Einflüsse zur Zeit der Entstehung der jeweiligen Schicht (Neuschnee, Regen, Wind, Sonneneinstrahlung etc.), aber auch spätere Entwicklungen innerhalb der Schneedecke (Eigendruck, Schräge etc.) zu.

Üblicherweise wird ein Schneeprofil erstellt, indem die Schneedecke mit Hilfe einer Lawinenschaufel abgegraben wird. So wird bereits der schichtweise Aufbau der Schneedecke sichtbar und die Dicke der Schichten und deren Härte kann analysiert werden.
Die Härteskala beim vereinfachten Schneeprofil umfasst 6 Stufen: Faust (sehr weich), Vier Finger (weich), Ein Finger (mittelhart), Bleistift (hart), Messer (sehr hart) und Eis.

Bei der Analyse von Schneeprofilen sind Schichten in der Schneedecke, die sich in der Größe und Struktur der Schneekörner und in ihrer Härte stark voneinander unterscheiden von besonderem Interesse. An der Grenzfläche dieser Schichten können nämlich Brüche in der Schneedecke erfolgen, die zu Lawinenabgängen führen können.

Feinere Unterschiede in der Härte werden bei genaueren Analysen mit einem Pinsel herausgearbeitet. Mit Erfahrung kann man so den Witterungsverlauf eines ganzen Winters rekonstruieren. Moderne IT-Lawinensonden erleichtern die Beurteilung des Schneedeckenaufbaus. Das Graben von Schneeprofilen bleibt jedoch eine wichtige Unterstützung zur Erstellung von Lawinenlageberichten.

Siehe auch: www.zamg.ac.at/cms/de/aktuell/news/weltweit-groesste-tagung-zum-thema-schnee-und-lawinen und www.lawine.at.

Fotos: © ZAMG/SBO/Daxbacher Matthias 16.01.2019