Sonnblick Betriebsseilbahn wieder in Betrieb!

Die Sonnblick Seilbahn ist wieder offiziell in Betrieb.
Die Materialseilbahn mit beschränkt öffentlichen Personenverkehr ist KEINE ÖFFENTLICHE Seilbahn und dient dem Werksverkehr des Sonnblick Observatoriums.

Der Zugang der Mitarbeiter/innen zum Sonnblick Observatorium wird durch die neue nichtöffentliche Sonnblick Betriebsseilbahn wesentlich sicherer. Sie dient verstärkt dem Materialtransport und dem Transport des Betriebspersonals, sowie Forschern. Das Sonnblick Observatorium ist durchgängig besetzt und es kam oft vor, dass der Dienstwechsel sich um einige Tage verschob, weil die alte Seilbahnanlage aufgrund von zu starken Wind nicht in Betrieb sein konnte. Auch bei Notfällen und Unfällen war es oft beschwerlich Verunglückte ins Tal zu bringen.
Die Sicherheit des Personals ist ein Hautpgrund warum die Sonnblick Seilbahn erneuert werden musste. Das Projekt "Seilbahnerneuerung" wurde  intensiv durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) unterstützt und vom Sonnblick Verein umgesetzt. Wir bedanken uns an dieser Stelle für die Unterstützung des Sonnblick Vereins, der das Projekt koordiniert hat. Der Alpenverein und der Nationalpark Hohe Tauern haben das Projekt ebenfalls gefördert.

Bei der alten Sonnblick Werksseilbahn handelte es sich um eine einspurige Pendelbahn mit geschlossener Zugseilschleife. Sie überwand eine Höhendifferenz von 1.484 m über eine 3.300 m lange Seilstrecke in circa 20 Minuten. Der bergseitige Antrieb (39 kW Elektromotor) stellte dabei eine Fahrgeschwindigkeit von 2,6 m/s (etwa 9,4 km/h) sicher. Das 18 mm starke Tragseil, welches in der Bergstation fix verankert war und in der Talstation mit 13 t auf Zug gehalten wurde, lag dabei auf nur einer Stütze auf. Die sich dadurch ergebende Seilneigung (Cosinus Hyperbolicus-Linie) erreichte bei der Bergstation einen Winkel von 47°, welcher durch die Bauweise des Fahrbetriebsmittel, genannt „Kisterl“ nicht ausgeglichen werden konnte. Das 11 mm starke Zugseil wurde auf der Gegenseite durch zwei weitere Stützenbauwerke im oberen Teil geführt.

Die neue Sonnblick Betriebsseilbahn verfügt neben einer 6er-Personenkabine über ein Lastengehänge. Der Personentransport und die Fahrgeschwindigkeit wurden verdoppelt. Die neue Betriebsseilbahn erlaubt einen Betrieb auch bei Windgeschwindigkeiten, bei denen kein Helikopter mehr fliegen kann. Dies erhöht die Sicherheit des Personals am Sonnblick Observatorium und begünstigt auch Einsätze der Bergrettung.

Die bei solchen Hochgebirgseilbahnen immer wieder gestellte Frage der Sicherheit wird durch strenge Auflagen der Behörde beantwortet. Vor jeder Fahrt muss die gesamte Anlage kontrolliert werden, bei Personentransport wird durch ein Funkgerät und internes Telefon die Kommunikation zwischen Führerstand und Fahrbetriebsmittel sichergestellt. Bei einem Stromausfall kann die nötige Energie durch ein Dieselaggregat erzeugt werden, sollte dies auch versagen, kann mit einem eigenständigen Notmotor die nächstgelegene Station erreicht werden. Sollte es durch ein sehr unwahrscheinliches Gebrechen nicht mehr möglich sein die Kabine zu bewegen, können sich die Fahrgäste mit einem mitgeführten Bergegerät selbst aus der Gondel abseilen und den Abstieg zu Fuß fortsetzen oder mit dem Hubschrauber geborgen werden.