Seilbahn


Der Zugang zum Sonnblick Observatorium wird durch die nichtöffentliche Sonnblick Seilbahn erleichtert. Sie dient verstärkt dem Materialtransport, ist aber technisch so ausgestattet, das ein Werksverkehr mit Personentransport erlaubt ist.
Bei der Sonnblick Seilbahn handelt es sich um eine einspurige Pendelbahn mit geschlossener Zugseilschleife. Sie überwindet eine Höhendifferenz von 1.484 m über eine 3.300 m lange Seilstrecke in circa 20 Minuten. Der bergseitige Antrieb (39 kW Elektromotor) stellt dabei eine Fahrgeschwindigkeit von 2,6 m/s (etwa 9,4 km/h) sicher. Das 18 mm starke Tragseil, welches in der Bergstation fix verankert und in der Talstation mit 13 t auf Zug gehalten wird, liegt dabei auf nur einer Stütze auf. Die sich dadurch ergebende Seilneigung (Cosinus Hyperbolicus-Linie) erreicht bei der Bergstation einen Winkel von 47°, welcher durch die Bauweise des Fahrbetriebsmittel, genannt „Kisterl“ nicht ausgeglichen werden kann. Das 11 mm starke Zugseil wird auf der Gegenseite durch zwei weitere Stützenbauwerke im oberen Teil geführt.

Die bei solchen Hochgebirgseilbahnen immer wieder gestellte Frage der Sicherheit wird durch strenge Auflagen der Behörde beantwortet. Es darf nur bei Windgeschwindigkeiten unter 30 km/h (je nach Windrichtung) im Anlagenbereich gefahren werden. Vor jeder Fahrt muss die gesamte Anlage kontrolliert werden, bei Personentransport wird durch ein Funkgerät die Kommunikation zwischen Führerstand und Fahrbetriebsmittel sichergestellt. Bei einem Stromausfall kann die nötige Energie durch ein Dieselaggregat erzeugt werden, sollte dies auch versagen, kann mit einem eigenständigen Notmotor die nächstgelegene Station erreicht werden. Sollte es durch ein sehr unwahrscheinliches Gebrechen nicht mehr möglich sein das "Kisterl" zu bewegen, können sich die Fahrgäste mit einem mitgeführten Bergegerät selbst aus der Gondel abseilen und den Abstieg zu Fuß fortsetzen oder mit dem Hubschrauber geborgen werden.

Aufgrund der sicherheitstechnischen Einschränkungen dieser Seilbahnanlage für die Mitarbeiter, Forscher und den Observatoriumsbetrieb wird die Anlage in 2017/2018 erneuert. Das Projekt wird intensiv durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) unterstützt .

Vor Antritt jeder Fahrt sind die Beförderungsbedingungen "Richtlinien Seilbahnnutzung" auszufüllen.