Werksseilbahn


Der Zugang zum Sonnblick Observatorium wird durch die nichtöffentliche Sonnblick Werksseilbahn erleichtert. Sie dient verstärkt dem Materialtransport, ist aber technisch so ausgestattet, das ein Werksverkehr mit Personentransport erlaubt ist.
Aufgrund der sicherheitstechnischen Einschränkungen dieser Seilbahnanlage für die Mitarbeiter, Forscher und den Observatoriumsbetrieb wurde die Anlage in 2017/2018 erneuert. Das Projekt wurde intensiv durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) unterstützt .

Bei der alten Sonnblick Werksseilbahn handelte es sich um eine einspurige Pendelbahn mit geschlossener Zugseilschleife. Sie überwindete eine Höhendifferenz von 1.484 m über eine 3.300 m lange Seilstrecke in circa 20 Minuten. Der bergseitige Antrieb (39 kW Elektromotor) stellte dabei eine Fahrgeschwindigkeit von 2,6 m/s (etwa 9,4 km/h) sicher. Das 18 mm starke Tragseil, welches in der Bergstation fix verankert war und in der Talstation mit 13 t auf Zug gehalten wurde, lag dabei auf nur einer Stütze auf. Die sich dadurch ergebende Seilneigung (Cosinus Hyperbolicus-Linie) erreichte bei der Bergstation einen Winkel von 47°, welcher durch die Bauweise des Fahrbetriebsmittel, genannt „Kisterl“ nicht ausgeglichen werden konnte. Das 11 mm starke Zugseil wurde auf der Gegenseite durch zwei weitere Stützenbauwerke im oberen Teil geführt.

Die neue Sonnblick Werksseilbahn verfügt neben einer 6er-Personenkabine über ein Lastengehänge. Der Personentransport und die Fahrgeschwindigkeit wurden verdoppelt. Die neue Werksseilbahn erlaubt einen Betrieb auch bei Windgeschwindigkeiten, bei denen kein Helikopter mehr fliegen kann. Dies erhöht die Sicherheit des Personals am Observatorium und begünstigt auch Einsätze der Bergrettung.

Die bei solchen Hochgebirgseilbahnen immer wieder gestellte Frage der Sicherheit wird durch strenge Auflagen der Behörde beantwortet. Vor jeder Fahrt muss die gesamte Anlage kontrolliert werden, bei Personentransport wird durch ein Funkgerät und internes Telefon die Kommunikation zwischen Führerstand und Fahrbetriebsmittel sichergestellt. Bei einem Stromausfall kann die nötige Energie durch ein Dieselaggregat erzeugt werden, sollte dies auch versagen, kann mit einem eigenständigen Notmotor die nächstgelegene Station erreicht werden. Sollte es durch ein sehr unwahrscheinliches Gebrechen nicht mehr möglich sein die Kabine zu bewegen, können sich die Fahrgäste mit einem mitgeführten Bergegerät selbst aus der Gondel abseilen und den Abstieg zu Fuß fortsetzen oder mit dem Hubschrauber geborgen werden.

Vor Antritt jeder Fahrt sind die Beförderungsbedingungen "Richtlinien Seilbahnnutzung" auszufüllen.